17.03.2018  | 
Blauer Bus

Der Hoffnungsbus rollt im Oderbruch – Segen und Feiern zugleich

Das Blaue Wunder vom Oderbruch rollt endlich: Am Samstag, den 17. März 2018 führte der CVJM Oderbruch e.V. sein neues langerwartetes mobiles Jugendzentrum „Blauer Bus“ mit einem gebührendem Festgottesdienst in der Seelower Stadtpfarrkirche ein. Mit einem großem Segen für Mitarbeiterschaft, Vorstand und vielen Gästen durch Jugendpfarrer Robert Parr und Pfarrer Björn Ferch sowie einer musikalischen Untermalung des Sponti Chores feierte der CVJM sein neues Werk bei guten Gesprächen mit Kinderschminken, Kaffee und Kuchen und Sektempfang.

Kindern und Jugendlichen an ihren Wohnorten zu begegnen; dorthin zu gehen, wo sie sind.

Christina Parr erzählt in ihrer Predigt von kleinen Erinnerungen: Als sie mit ihrem Kollegen, Mark Steiner, die Arbeit des CVJM in der Wriezener Stadtverwaltung vorstellt und ein externer Moderator von den steigenden Reparaturkosten von einem neuen Bus für ein paar Tausend Euro sprach. Der Moderator kannte den Bus nicht. So appellierte sie „Um den Blauen Bus mit seiner Arbeit zu verstehen, muss man ihn erst gesehen haben.“ Deswegen besuchen auch Eltern, die Freundinnen vom Inner Wheel Distrikt 86 und Partner die fortwährende Arbeit des Busses, um sich immer wieder neu vorzustellen wie diese Arbeit trägt. Seit 2002 begeistert das mobile Jugendzentrum die ländliche Kinder- und Jugendarbeit im Oderbruch. „Der Blaue Bus“ ist eine Qualitätsmarke der mobilen Arbeit“, berichtet Christina Parr.

Bereits vor zwei Jahren stellten sich Vereinsleitung als auch Busteam die Frage, ob die Arbeit beim schwächelnden Bus fortgeführt, wie sie fortgeführt werden soll oder als gute Erinnerungen in die Geschichte eingehen sollen. Mit dem Herzen, voller Glauben, Verstand und Tatendrang entschieden sie sich einen neuen Bus zu kaufen. Während ein Ausschuss Menschen versuchten von der Idee eines neuen Busses zu überzeugen, richteten viele Partner mit ihren Gaben und Fähigkeiten ein neues kreatives mobiles Jugendzentrum mit ihrem Herzblut ein. So entschied sich der CVJM im November 2017, nach mehr als 25 jährigen Einsatz des Busses auf deutschen Straßen, ihn in den Ruhestand zu versetzen. Der alte Bus war Fahrunfähig.

„An diesem Tag wird der neue Bus mit einer modernen technischen Ausstattung begrüßt und trotzdem bleibt der Kern der Arbeit die Gleiche: Kindern und Jugendlichen an ihrem Wohnort zu begegnen. Dorthin zu gehen, wo sie sind.“, so fügt Christina Parr hinzu: „Jesus sandte seine Jünger in die Welt hinaus, sodass die Menschen Gott begegnen können. Sie sollen an die Orte gehen, wo sie gebraucht werden und werden sie nicht mehr gebraucht, so gehen sie an andere Orte. So steht es in Matthäus 10, 5 – 14 geschrieben.“

Offiziell gehört der „Neue“ dem CVJM, aber er bindet sich gänzlich seiner Bestimmung: Den Kindern und Jugendlichen

Die Mitarbeitende des Blauen Busses stammen aus ganz Deutschland; sie sind unterschiedlich denn je, doch sie glauben an die Vision des mobilen Jugendzentrums. „Ferner betrieb bereits Jesus vor tausenden von Jahren aufsuchende Sozialarbeit! Nichts anderes tun wir seit Jahren mit unserem Bus.“ Eine andere Idee wären mehrere Kleinbusse gewesen, die die Kinder zu den Häusern bringen. Doch Jesus lebte es vor: Menschen dort begegnen wo sie zu Hause sind. Die Arbeit bleibe so flexibel und lebendig, ständig an die Kinder und Jugendlichen anpassbar. Wir schauen durch Gottes Augen, jeden Tag aufs Neue und folgen den Bedürfnissen der Kinder. Wie Gott den Menschen versorgt, so sind wir alle beschenkt.“ Offiziell gehört der „Neue“ dem CVJM, aber er bindet sich gänzlich seiner Bestimmung: Den Kindern und Jugendlichen ein zu Hause bieten! Ein zu Hause ohne Stress, ohne Druck. Ein zu Hause mit einer offenen Tür, auch um Gott kennenzulernen.

„Lena erzählte mir einst, dass ein paar Mädchen ständig fragten, wieso wir eine Kerze zu den Bibelgeschichten anzündeten. Lena konnte diese dann den Mädchen beantworten, da ich diese jede Woche stellte: Wir entzünden diese Kerze, um uns zu erinnern, das Gott anwesend ist.“ Auf das ganze Vertrauen, wirkt letztlich Gott. Letztendlich ist der Blaue Bus eine Einladung sowie auf dem Weg der Besucher: Wegbegleiter.

Von einer abendlichen Idee – zur Verwirklichung einer Vision

Ein Bus 2.0? Vom Gedanken einen neuen Blauen Bus zu benötigen bis hin zum fertigen Jugendhaus auf Rädern vergingen circa zwei Jahre. Währenddessen musste der „alte“ Bus in den letzten Zügen des Umbaus Mitte November 2017 von der Straße genommen, da es gefährlich für ihn und seine Nutzer wurde. Umso notwendiger war es den neuen Bus fertigzustellen, um die ländliche Kinder- und Jugendarbeit fortführen zu können. Anfang des Jahres 2018 war es soweit: Der neue Blaue Bus war fertiggestellt, die ministeriale Sonderzulassung des Fahrzeugs genehmigt und die ersten Busstandorte fuhren die Mitarbeiter wieder an, sodass Kinder und Jugendlichen voller Freude mit großen Augen den neuen Blauen Bus besichtigten. „Ich durfte dabei sein als der neue Blaue Bus erstmals nach Letschin fuhr und die funkelnden Augen der Kinder sehen. Es war traumhaft.“, erinnerte sich Gesamtleiter Ramon Haag des CVJMs über die erste Anreise des Neuen.

Andreas Winter und Herr Franz hatten unter anderem große Teilhabe am Kauf sowie beim Umbau des Projekts in Frankfurt Oder. In Ulm gekauft, in Frankfurt generalüberholt und durch Kräfte vieler fleißiger Hände von einem Linienbus zu einem mobilen Begegnungsbus in der Tischlerei Winter umgebaut. Während des Nachmittags beantworteten Andreas Winter und Franz bei einer möglichen Busbesichtigung der speziellen Art technische Fragen vom Motor über Holzbänke bis zum Auspuff und standen für jede Frage offen.

„Es war eine kühne Idee am warmen Kamin in den österreichischen Alpen, als damals Georg Rühle und ich bei einem Glas Wein auf die Idee kamen ein Haus auf Räder zu stellen“, erinnerte sich Hans-Georg von der Marwitz ein Mitbegründer des CVJMs im Oderbruch und langjähriger Vereinsfreund. So führte er fort: „Und so kam es! Von einer Idee zur Umsetzung.“ Herr von der Marwitz berichtete begeisternd und voller Elan wie er mit der Idee im Herzen sowie dem Konzept im Kopf durch ganz Deutschland vor, um Menschen von seiner Vision eines mobilen Begegnungsbusses zu begeistern. Schnell stiegen die Frauen vom Inner Wheel Distrikt 86 mit der damaligen Distriktpräsidentin Frau Bleyl sowie die Brandenburgische Provinzial-Genossenschaft des Johanniterordens in die Idee ein und sie sind bis heute von dem Blauen Bus überzeugt. Der ehemalige Bürgermeister der Stadt Wriezen beschreibt den Blauen Bus abermals als ein fahrendes „Blaues Wunder“ im Oderbruch, welches die Landschaften und ihre Einwohner belebt und miteinander verbindet.

Möge das Blaue Wunder vom Oderbruch 15 weitere Jahre durch die Lande fahren.

Aktualisiert durch: Marcel Schröder