10.09.2017  | 
CVJM Oderbruch allgemein

10-Jähriges Jubiläum der Evangelischen Johanniter-Schulen Wriezen

Traditionell am Sonntag der ersten Schulwoche im neuen Schuljahr begingen die evangelischen Johanniter-Schulen in Wriezen ihr Stiftungsfest mit einem feierlichen Gottesdienst, bei denen die neuen Schülerinnen und Schüler der siebten Klassen sowie neue Lehrkräfte unter Gottes Segen gestellt werden. An diesem feierlichen Sonntag, dem 10. September 2017 hatte das Gymnasium noch einen weiteren Grund zu feiern: Das Evangelische Johanniter-Gymnasium Wriezen feiert in diesem Jahr sein 10-Jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass kamen nicht nur die Ordensritter der brandenburgischen Provinzial-Genossenschaft des Johanniterordens, sondern auch ihr Herrenmeister, seine königliche Hoheit Oskar Prinz von Preußen.

In der katholischen Kirche St. Laurentius in Wriezen begrüßte der neue Schulpfarrer Daniel Dubek die anwesenden Schülerinnen und Schüler und Gäste und führe die hier Anwesenden durch den feierlichen Gottesdienst. Der in Wriezen geborene Generalsuperintendent Herche erinnerte in seiner Predigt an das lateinische Sprichwort“ Non scholae, sed vitae discimus!“ – was übersetzt so viel bedeutet wie  „Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir!“ Einige Eltern nickten zu der Übersetzung. In ihren Augen konnte man erkennen, wie sie sich an ihre Schulzeit zurückerinnert haben; eine kurze Zeit im Leben.

Im Anschluss der Predigt hielt die neue Schulleiterin Frau Hollitzer ein paar Worte und rief die 59 anwesenden Schülerinnen und Schüler in Gruppen auf, sodass Schulpfarrer Dubek diese unter der schützenden Hand Gottes stellen konnte. Die Ordensritter des Johanniterordens unterstützten die Einsegnung der neuen Schüler und Lehrkräfte und gaben ihnen ein Teil der neuen Zugehörigkeit der Schule. Darunter waren ein Teil der Schuluniform sowie eine eigene Bibel.

Nach dem feierlichen Gottesdienst ging das Stiftungsfest auf dem Schulcampus der evangelischen Johanniterschulen weiter. Zahlreiche engagierte Eltern backten dazu viele Kuchen, um die vielen freudigen Gäste zu versorgen. Auf dem Campus selbst stand auch der Blaue Bus des CVJM Oderbruch e.V., der als Gemeinschaftsprojekt des Johanniterordens sowie des CVJMs begann und als Kooperationspartner mit den Johanniterschulen einen Einblick in die vergangenen Jahrzehnte ermöglichte. Der CVJM ist gerne Kooperationspartner der Evangelischen Johanniter-Schulen in Wriezen. Wissbegierige Schülerinnen und Schüler sowie Eltern sprachen mit Robert Parr, Leiter des CVJM Oderbruch e.V. sowie mit Mark Steiner, Bereichsleiter des Jugendhauses in Wriezen über den großen Blauen Bus und seine Arbeit. Natürlich wurde auch der neue Blaue Bus angesprochen, der sich zurzeit noch im Umbau in Frankfurt Oder befindet.

Das Stiftungsfest wurde zu einem großen Wiedersehen von Bekannten und Fremden und zog erste neue Freundschaften unter den neuen Schülerinnen und Schülern mit sich. Zu 17:00 Uhr lud Frau Hollitzer in den Ratssaal der Stadtverwaltung Wriezen ein. Dort gab es noch ein paar Grußworte zum 10-Jährigen Jubiläum der Schule.

Seine königliche Hoheit Oskar Prinz von Preußen erwähnte Michael Tiedje, Schuldirektor a. D., der von Anfang an dieser Schule war und diese mit aufbaute. Mit einem lachenden – für den Aufbau und der immer steigenden Akzeptanz der Schule - sowie einem trauernden Auge sieht seine königliche Hoheit den Fortgang von Herrn Tiedje an ein Evangelisches Gymnasium in Berlin-Köpenick nach.

Auch Bundestagsabgeordneter und Ordensritter Hans-Georg von der Marwitz lobte Herrn Tiedje für sein unermüdliches Engagement in den letzten zehn Jahren für die Schule. Gemeinsam mit der Stadt Wriezen kann sich von der Marwitz noch genau an einen Anruf von Bürgermeister Uwe Siebert erinnern. Es begann alles mit einem Jugendzentrum in Wriezen, welches damals noch „Alcatraz“ hieß und geschlossen wurde. Die Idee des Blauen Busses sollte auch in Wriezen halt machen, was der CVJM Seelow e.V. (nun CVJM Oderbruch e.V.) nicht gewährleisten konnte. Jedoch konnte sich der Verein ein zentrales Jugendzentrum vorstellen, woraufhin 2006 das CVJM-Jugendhaus Wriezen gegründet wurde, dem Bereichsleiter Mark Steiner vorsteht. Prompt erinnerte von der Marwitz an einen weiteren Anruf von Bürgermeister Siebert, ob sich der Verein nicht auch vorstellen könne, eine Schule zu leiten. Aufgrund von sinkendem Schülerzahlen war das Theodor Euler Gymnasium Wriezen geschlossen worden. Der CVJM konnte diese Arbeit nicht leisten. Doch von der Marwitz beriet mit seinen Ordensbrüdern und überzeugte Herrenmeister Prinz Oskar von Preußen ein Evangelisches Johanniter-Gymnasium in Wriezen zu öffnen. Für die Umsetzung unterstützte die Evangelische Schulstiftung mit einem sehr kompetenten stellvertretenden Direktor aus Neuruppin, der für diese Aufgabe bestens geeignet wäre.

Als Abschlussredner erinnerte Herr Tiedje auf den beginnenden Widerstand gegen das Evangelische Gymnasium. Schüler waren zu Beginn verunsichert, da die Schule zu Beginn des Schuljahres 2007 keine Betriebserlaubnis hatte und Schülerinnen und Schüler in den ersten Schultagen zu Hause blieben. Michael Tiedje konnte diese Situation sehr gut nachvollziehen. Gemeinsam baute er die Schule mit mehrheitlicher Unterstützung der Stadt Wriezen auf. So berichtete er, dass Bürgermeister Siebert es verpflichtend empfand, dass der Schulleiter in Wriezen wohne. Es sei seine Residenzpflicht. Bad Freienwalde schlug sich Herr Tiedje schnell aus dem Kopf, da andere Schulen wie Bad Freienwalde sonst die Angst teilten, dass Tiedje das Freienwalder Gymnasium zu schließen versuchte. Die Ängste wurden jedoch im Laufe der Jahre aus der Welt geschafft und das Gymnasium etablierte sich im Oderbruch und gewann an Ansehen durch die zahlreichen Projekte und kompetenten Lehrkräfte.

Sämtliche Gastredner lobten das Engagement von Herrn Tiedje, auch wir als CVJM Oderbruch e.V. loben sein Engagement. Wir freuen uns mit Frau Hollitzer auf eine weitere Zusammenarbeit zwischen Evangelische Johanniter-Schulen und CVJM Oderbruch e.V. und wünschen Frau Hollitzer als auch Herrn Tiedje in ihren neuen Positionen Gottes Segen, Kraft und viel Erfolg.

Aktualisiert durch: Marcel Schröder