16.02.2017  | 
Blauer Bus

Blauer Bus bekommt Nachfolger

Seelow (MOZ) Er hat 620 km quer durch Deutschland bis ins Oderbruch hinter sich, der neue Blaue Bus des CVJM Oderbruch. Der Frankfurter Uwe Franz hatte ihn für die mobile Jugendarbeit organisiert. Der alte Bus musste ausrangiert werden.

Nach seiner Überführung vom Gelände der EvoBus in Ulm, einem Händler für gebrauchte Omnibusse, rollte das Fahrzeug direkt in die Frankfurter Werkstatt von F/G/M. Die Mercedes-Benz-Niederlassung von Uwe Franz unterstützt und begleitet seit vielen Jahren die Arbeit des Jugendwerkes. In den kommenden Wochen werden die Mechaniker das Gefährt technisch instand setzen, bevor der Innenausbau beginnen kann. "Damit ist der Verein bei der Fortsetzung seines mobilen Angebots einen wichtigen Schritt weiter gekommen", freut sich von der Marwitz.

Seit 2002 verkehrt das mobile Jugendzentrum des CVJM, der Blaue Bus, zwischen den Oderbruchgemeinden. Der damalige Vorstand mit Andreas Winter als Vorsitzenden und Marwitz als Schatzmeister sowie dem Leiter Georg Rühle verfolgte die Vision, ein Jugendhaus auf Räder zu stellen, um so die Kinder- und Jugendarbeit des Vereins über den Standort Seelow hinaus in die Fläche zu tragen. Zumal in vielen Orten Jugendklubs schlossen und Angebote fehlten. Für das Konzept, irrwitzig und genial zugleich, suchte der Vorstand einen Gelenkbus, wie er im Stadtverkehr eingesetzt wird. Über Marwitz kam der Kontakt zu Uwe Franz zustande, der einen gebrauchten Stadtbus der Frankfurter Verkehrsbetriebe vermittelte - 17,5 Meter lang, Baujahr 1991. Auch bei der Finanzierung kam dem Verein die gute Vernetzung des damaligen Schatzmeisters zu Gute, der mit dem Johanniterorden und der Akquise von Stiftungsgeldern das mobile Jugendzentrum mit aus der Taufe hob.

Längst ist die Arbeit des Blauen Busses etabliert und anerkannt. Mehr als 130 Kinder und Jugendliche besuchen in wöchentlich. Nach 15 Jahren in Altreetz, Neutrebbin, Letschin, Altwriezen und Haselberg im Einsatz, wurde das Gefährt jedoch langsam altersmüde. Für die Kinder und Jugendlichen, Eltern, die Gemeinden und den CVJM stand fest, dass ein Nachfolger her muss. Trotz der großen Unterstützung durch Kommunen und private Spender war klar, dass ein neuer Bus für etwa 300 000 Euro kaum zu stemmen wäre. Wieder war es Uwe Franz, der seine Kontakte und Erfahrungen in den Dienst des Jugendvereins stellte. Der engagierte Unternehmer verhandelte für den Verein erfolgreich um den Erwerb eines Gelenkbusses, Baujahr 2004. Schließlich kümmerten sich zwei ehemalige Vorständler, Axel Schrape und Andreas Winter, um die Überführung. Der Küchen- und Möbeltischler Andreas Winter war bereits beim Umbau des ersten Busses dabei und wird sich nach der technischen Wartung um den Innenausbau kümmern. Dabei soll möglichst eng mit den Nutzern des Busses, den Kindern und Jugendlichen, zusammengearbeitet werden, um auch das neue mobile Jugendzentrum nach ihren Bedürfnissen einzurichten.

Der CVJM-Vorsitzende Carsten Schulz und der Leiter Robert Parr danken allen Unterstützern und Förderern. "Nur durch solch engagierte Initiativen, private und öffentliche, hat das Gemeinschaftswerk um den Blauen Bus eine Zukunft", betont Carsten Schulz.

Text: Doris Steinkraus 16.02.2017 05:45 Uhr, Red. Seelow, seelow-red@moz.de 
Foto: CVJM Oderbruch e.V.
Link zum Originalartikel: http://www.moz.de/landkreise/maerkisch-oderland/seelow/artikel7/dg/0/1/1552598/

Aktualisiert durch: Marcel Schröder